Buchcover: Kampfzone Straße von Karlheinz Gaertner und Fadi Saad

Karlheinz Gaertner und Fadi Saad · Herder Verlag · 2012

Kampfzone Straße

Dieses Buch ist all jenen gewidmet, die Opfer von Gewalt und Jugendgewalt wurden, ohne dass die Täter gefasst oder angemessen zur Verantwortung gezogen wurden.

Unser Dank gilt zugleich allen Menschen, die Zivilcourage bewiesen und mutig den Opfern von Gewalttaten geholfen haben.
Karlheinz Gaertner und Fadi Saad

In „Kampfzone Straße“ berichte ich gemeinsam mit Karlheinz Gaertner von unseren Erfahrungen mit Jugendgewalt – und von der Frage, wie wir ihr gemeinsam begegnen können. Mich beschäftigen junge Menschen, die Messer tragen, schwere Gewalttaten und die Folgen für die Betroffenen. Dabei richte ich meinen Blick besonders auf diejenigen, deren Leid allzu oft in den Hintergrund gerät: die Opfer und ihre Angehörigen.

In der öffentlichen Diskussion stehen häufig die Täter im Mittelpunkt. Doch wer Gewalt erlebt hat, braucht Schutz, Unterstützung und eine Stimme. Diese Menschen dürfen mit ihren Verletzungen, Ängsten und Fragen nicht alleinbleiben.

Wachpersonal vor Schulen, Schwimmbädern und sozialen Einrichtungen sowie Sicherheitsdienste im öffentlichen Nahverkehr machen deutlich, wie sehr das Thema Sicherheit unseren Alltag prägt. Doch wie können wir dazu beitragen, dass Gewalt gar nicht erst entsteht?

Mit diesem Buch zeige ich, wie es gelingen kann, Gräben zu überwinden, Vertrauen aufzubauen und neue Perspektiven zu eröffnen. Ich erzähle von meiner gemeinsamen Arbeit mit Karlheinz Gaertner gegen Jugendgewalt und von Begegnungen, die Veränderungen möglich gemacht haben.

Meinen Co-Autor Karlheinz Gaertner lernte ich während meiner Arbeit als Quartiersmanager in Berlin-Neukölln, im Gebiet Körnerpark, kennen. Am Anfang stand die Idee, eine messerfreie Zone zu schaffen. Daraus entwickelte sich weit mehr: Wir brachten Jugendliche mit der Polizei, Lehrkräften und Eltern ins Gespräch. Wo zuvor Distanz und Vorbehalte herrschten, schufen wir Raum für Begegnung und Verständigung.

Ein wichtiger Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Schulen. Hier verbringen Jugendliche einen großen Teil ihres Alltags. Gleichzeitig treffen unterschiedliche Erfahrungen, Erwartungen und Wertvorstellungen aufeinander. Was zu Hause selbstverständlich ist, kann in der Schule auf Unverständnis stoßen – und umgekehrt.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ist deshalb entscheidend. Viele Konflikte beruhen auf Missverständnissen. Um sie zu lösen, braucht es Menschen, die zuhören, vermitteln und die Beteiligten begleiten. Im Buch beschreibe ich Möglichkeiten, wie dieser Austausch gelingen kann.

Für meine Arbeit gegen Jugendgewalt brauche ich auch die Unterstützung der Politik und der Gesetzgeber. Deshalb formuliere ich gemeinsam mit meinem Co-Autor Forderungen, die aus unseren praktischen Erfahrungen entstanden sind.

Mein Anliegen ist klar: Opfer stärken, Gewalt vorbeugen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

← Zurück zu meinen Büchern